Archiv für den Monat Mai 2016

Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus

Zehn Jahre war Tobias Sartorius im Gefängnis, als er entlassen wird und in sein Elternhaus zurückkehrt. Doch in der Zeit hat sich viel geändert, seine Mutter hat sich getrennt und ist ausgezogen und auch die gutgehende Gaststätte musste geschlossen werden. Für Tobias bricht die heile Welt zusammen. Er musste damals ins Gefängnis, da er beschuldigt wurde am verschwinden von zwei jungen Mädchen verantwortlich zu sein, doch er selber weiß nicht was an diesem Abend passiert ist. In Altenhain, einem kleinen Ort im Taunus, kennt jeder jeden. Klar das das Dorf sofort von der Freilassung erfährt und es für Tobias zum Spießrutenlauf wird. Doch dann verschwindet wieder eine junge Frau.

Das ist bereits der vierte Fall von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein den beiden Ermittlern. Beide finde ich im Buch ziemlich sympathisch und man erfährt auch viel privates von beiden. Das Buch hat einen wunderbaren Schreibstil, das man gewillt ist es in einem Schwung zu lesen. Das Cover ist im typischen Neuhaus-Stil mit Flutspritzern, es hat mich im Buchladen sofort angesprochen. Der Titel ist toll und passt wunderbar zum geschehen.

5 von 5 Sternen

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Schwarzer Lavendel von Remy Eyssen

Als der deutsche Rechtsmediziner Leon Ritter nach Le Lavandou zieht, merkt er schnell dass es hier alles ruhiger zugeht als in Hamburg. Nachdem seine Frau bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist, versucht Leon ein neues Leben aufzubauen. Dank seiner Tante besitzt er jetzt selber einen kleinen Weinberg samt Häuschen im idyllischem Frankreich. Da das Haus noch auf Vordermann gebracht werden muss, wohnt der Doktor zur Untermiete bei seiner Kollegin Isabell Morell samt der fünfzehnjährigen Tochter Lilou. Doch anstatt seine Zeit auf seinem neuen Grundstück zu genießen, passiert etwas Schlimmes – Lilou findet eine Frauenleiche bei seinem Grundstück und für Leon beginnt eine lange Suche. Schnell erkennt der Doktor dass die Leiche professionell einbalsamiert wurde. Wenig später verschwindet erneut eine Frau – Susan die ebenfalls zur Weinlese kann und nun von ihrer Zwillingsschwester Anna gesucht wird, denn Susan ist nach einer SMS verschwunden und bleibt unerreicht. Doch wer ist hinter jungen Frauen her und warum solch grausame Rituale. Schnell erkennt Leon dass die idyllische Provinz auch täuschen kann.

Trotz dass ich den ersten Fall nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte reingekommen. Leon Ritter ist als Figur sehr sympathisch, engagiert und zielstrebig. Das mag ich sehr. Allgemein finde ich die Charaktere sehr schön ausgearbeitet und ihrer „Rolle“ entsprechend ausgearbeitet. Besonders schön finde ich die detaillierte Beschreibung des Ortes Le Lavandou, man sieht förmlich die Weinberge vor sich und fühlt sich in die Geschichte integriert. Dazu finde ich das Cover auch sehr passend und es rundet das Buch nochmal ab. Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen, er ist flüssig mit kleinen Nebenhandlungen, die gut in die Story passen. Der Schluss ging mir persönlich zwar etwas zu schnell und überstürzt, trotzdem hat mir die Wendung gut gefallen und besonders die Wahl des Täters hat mich überrascht.

Insgesamt ein schöner Provinz-Krimi, in dem die Handlung und die Charaktere stimmig sind und man immer wieder neue Wendungen und Tatverdächtige präsentiert bekommt. So das ich mir nach „Schwarzer Lavendel“ wohl auch den ersten Teil des Autors „Tödlicher Lavendel“ holen werde.

5 von 5 Sternen

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One, two, free von Ulrich Hoffmann

Yogaübungen für jede Altagssituation. Kleine Nebenbeiübungen die beim Einkaufen, auf Arbeit oder in der Freizeit ohne großen Aufwand ausgeübt werden können. Dazu sind keine extra Matten oder andere Gegenstände notwendig. Sie sind für verschiedene Körperteile oder auch den ganzen Körper.

Das Buch ist in folgende vier Kapitel unterteilt:
> Entspannung
> Klarheit
> Innere Ruhe
> Energie

Jede der Kategorien ist in eine andere Farbe untergliedert was ich persönlich sehr praktisch finde. Zu jeder Übung gibt es eine schöne Zeichnung. Vorne im Buch kann man auch nachschauen welche Übung für welche Tageszeit geeignet ist, wenn man z.B. am Abend Übungen macht ist das ziemlich erleichternd. Zudem gibt es oft eine kleine Infobox mit wissenswerten und hilfreichen Informationen, die haben mir besonders gut gefallen. Das Buch ist von seiner Form her klein und handlich, man kann es gut in die Handtasche stecken und mit ins Büro nehmen. Die Seiten sind auf stabilem Papier gedruckt und Knicken nicht so leicht. Das Cover wirkt fröhlich und einladend und passt gut zu den Illustrationen im Buch.

Insgesamt finde ich die Übungen für Anfänger gut verständlich und gut umsetzbar. Einzig das Kapitel „Innere Ruhe“ war nicht ganz mein Fall. Für Yoga-Neulinge kann ich „One, two, free“ von GU empfehlen.

4 von 5 Sternen

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Tschick von Wolfgang Herrndorf

Maik ist 14 Jahre alt und wohnt in einer noblen Siedlung mit schönem Haus und Pool. Dann kommt der Neue in seine Klasse – Tschick – der russische Aussiedler, der auch gerne mal über den Durst trinkt. Tschick, der mit richtigem Namen Andrej Tschichatschow heißt ist ein hochbegabter aber doch asozialer Junge, während Mail als Langweiler und Außenseiter in der Klasse gilt. Tatjana das schönste Mädchen der Klasse, in die so ziemlich jeder verliebt ist, lädt alle in der Klasse zu ihrem Geburtstag ein – bis auf die beiden Jungs. Trotzdem wollen beide ihre Sommerferien genießen und so starten beide mit einem geklauten Lada in Berlin, mit dem Plan in der Walachei anzukommen. Im Laufe der Tour entwickeln beide eine tiefe Freundschaft, gehen durch Dick und Dünn und lernen so manch nette und auch merkwürdige Leute kennen.

Am Anfang konnte ich weder mit dem Titel noch mit dem Cover was anfangen. Ich habe das Buch auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und irgendwie hat es mich doch inspiriert es mitzunehmen und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ich locker und jugendlich. Man bekommt die Geschichte aus der Sicht des jugendlichen Maiks erzählt, in seiner naiven Art und Weise. Es waren sehr oft lustige Momente dabei und ich musste sehr oft schmunzeln. Die Kapitel sind schön untergliedert und haben eine angenehme Länge.

Insgesamt bin ich ziemlich begeistert vom Buch, habe es sogar schon einem Kollegen empfohlen – der in meinem Buch rein gelesen hat und bereits auf den ersten Seiten seine Schmunzelmomente hatte. Der Schreibstil ist mal was anderes und es hat bis zur letzten Seite Spaß gemacht es zu lesen. Definitive Kaufempfehlung von mir.

5 von 5 Sternen

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Romeo & Romy von Andreas Izquierdo

Romys Traum ist es endlich als Schauspielerin durchzustarten. Stattdessen arbeitet sie im Theater als Souffleuse. Doch dann wird sie zusammen mit Romeo, dem bekannten „Frischedoktor“, gekündigt. So beschließt Romy in ihr Heimatdorf zurückzukehren und das Erbe ihrer Oma anzunehmen. Doch was Romy schnell klar wird das hier nur noch alte Menschen leben und die wollen gar nicht mehr leben. Denn der örtliche Friedhof hat mir noch zwei Plätze frei und jeder Alte möchte sich einen davon sichern. Denn wer möchte schon auf den Friedhof des Nachbardorfes beerdigt werden? Doch dann hat Romy eine Idee. Sie hat doch ein Haus mit alter Scheune geerbt, warum nicht ein elisabethanisches Theater daraus bauen um so den Alten eine Beschäftigung zu bescheren um sie von ihrem suizidalen Plan abzuhalten? Eins ist klar, Romeo und Julia wird aufgeführt. Doch wo nimmt man in dem Dorf Schauspieler und vor allem so viel Geld für den Scheunenumbau her? Immerhin kann sie den Frischedoktor als Regisseur für das Theater gewinnen – ausgerechnet er, wo Romeo doch so unzuverlässig ist.

Das schöne Cover hat mir sofort sehr gut gefallen. Ich finde es positiv das es mit den Farben sofort in der Buchhandlung heraussticht. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm. Das Buch lässt sich gut in einem Schwung lesen, jedoch finde ich das Buch recht langatmig. Man erfährt während knapp 400 Seiten wie das Theater entsteht, es zieht sich wie Kaugummi. Am Ende war ich froh das das Theater stand und ich nicht mehr lesen musste wie welcher Balken gesägt wird. Dafür sind die Charaktere sehr detailliert und sympathisch ausgearbeitet. Besonders „die Alten“ sind sehr süß und man schließt sie ins Herz. Einzig Romy war mir mit ihrer ständig zickigen und kindischen Art zu anstrengend. Bis auf die Langatmigkeit hat mir das Buch und die Idee gut gefallen, die letzten 100 Seiten empfand ich aber wieder als sehr überspitzt und es wirkte dadurch leider sehr inszeniert und unglaubwürdig. Die vielen Nebengeschichten fand ich sehr erfrischend und die haben mir gut gefallen. Das Buch hat mich leider nicht umgehauen.

Es ist ein solides Buch mit einer netten Idee, jedoch etwas zu sehr in Länge gezogen. Das ist auch mein größter Kritikpunkt. Für mich ist die Liebesgeschichte, auf die ich all die Seiten gewartet habe, viel zu kurz gekommen. Wer sich also auf eine Liebesgeschichte über mehrere hundert Seiten einstellt, wird hier enttäuscht.

3 von 5 Sternen

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Sag. Ich. Doch. Besser kommunizieren – auch wenn’s man brenzlig wird! von Madame Missou

Das Buch verspricht ein Ratgeber zu sein für eine bessere Kommunikation im Berufs- und Privatleben. Man soll seine Schlagfertigkeit verbessern und lernen seine Körpersprache gezielt einsetzen zu können. Zuerst soll man einen allgemeinen Einblick in die Thematik erhalten, später wird es in tiefergehende Themen unterteilt wie Konfliktlösung und Konfliktvermeidung, Körpersprache, NLP und Schlagfertigkeit. Das Buch soll dabei helfen Konfliktsituationen im jeglichen Bereich besser gegenübertreten zu können.

Ich muss sagen ich hatte recht hohe Erwartungen an das E-Book. Da Kommunikation in meinem Beruf das A und O ist, habe ich mir hilfreiche Tipps und Tricks erhofft, die ich im Berufsleben, aber auch Privat umsetzen kann. Für mich war das Buch aber mehr als enttäuschend, da für mich so gut wie nichts neu war. Wenn man sich mit dem Thema Kommunikation schon in irgendeiner Weise auseinandergesetzt hat, ist das Buch wohl die falsche Literatur, hat man jedoch noch keine Berührungen damit gehabt, ist es ein netter Einstieg. Mehr als „nett“ ist es selbst für Anfänger nicht. Auch der Schreibstil hat mich nicht vom Hocker gerissen. Ab dem zweiten Kapitel schrieb die Autorin zunehmend in dritter Person, was mich nach wenigen Seiten ziemlich störte. Es wirkte auf mich wie eine Belehrung einer Lehrerin und ist mir oft negativ aufgestoßen. Auch die ständige Empfehlung zu weiterführender Literatur war für mich eher negativ behaftet. Es wirkte eher wie ein Werbebuch für andere Bücher der Autorin – nicht schön.

Insgesamt für mich ein Buch, welches ich nicht nochmal lesen oder weiterempfehlen möchte. Es mag für Kommunikationsneulinge nett sein, für mich war es nur aufgewärmter Kommunikationsbrei. Da ich das E-Book in einer Leserunde erhalten habe, kann ich nur froh sein keinen Cent dafür ausgegeben zu haben.

1 von 5 Sternen

Der Teufel im Pferd von Julia Meyer

Eastwick der Pferdehändler hat ein neues Pferd – ein Andalusierhengst. Es ist ein großes, stolzes und erhabenes Pferd. Doch es scheint der Teufel mit dem Pferd durchzugehen. Den er tötet bereits beim Verladen einen Angestellten. Doch dann bricht das Pferd aus und es schweben viele Menschen in Gefahr.

Ich finde die Idee die hinter dem Buch steckt wirklich gut – ein Pferd welches gefährlich ist, ausbüchst und Menschen in Gefahr bringt. Leider finde ich den Schreibstil nicht gut, ohne viel verraten zu wollen muss ich sagen das sich einige Passagen mehrmals im Buch wiederholen. Die Charaktere sind wenig ausgebaut und man kann daher auch keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Vieles ist einfach zu sehr vorhersehbar und ich langweilte mich bereits in der Hälfte des Buches. Ich würde es kein zweites Mal lesen. Das Cover und den Titel finde ich wiederum sehr gut.

2 von 5 Sternen

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